Ein Thema das mich ab und an echt beschäftigt und zu dem ich mal einige Gedanken aufschreiben möchte. Meine beiden Lieblingskinder sind ja nun schon was älter... sprich, gehen in den Kindergarten und zur Schule. Und ich gehe seit einiger Zeit wieder arbeiten. Bis letzten Monat geringfügig für 3 Stunden am Vormittag. Ab diesem Monat wurde meine Stelle erweitert und ich arbeite nun 25 Stunden in der Woche. Ich habe direkt zu Anfang schon gemerkt wie gut mir das tut und ich hab mich morgens total gefreut ins Büro zu fahren.
Ich gehe immer noch gerne arbeiten und es ist für mich ein toller Ausgleich zum Mama sein. Auch etwas neben der Familie zu leisten und Anerkennung zu bekommen. Oft hab ich natürlich hören müssen... Wieso machts du das denn? Du musst doch eigentlich gar nicht arbeiten. Ja, müssen nicht, aber wollen... (da schwebt mir immer die Werbeanzeige der Telekom im Kopf herum: Mutter und Berufstätig - Doppelbelastung... für mich - doppeltes Glück) Ich habe oft das Gefühl mich dafür rechtfertigen zu müssen. Dabei ist es doch heute eigentlich gang und gäbe das Mütter auch arbeiten gehen, das man sich Haushalt und Kindererziehung teil, oder? Natürlich geht das besser mit Unterstützung... ich habe Gsd das Glück einen Mann zu haben, der sich vorbildlich um die Kinder kümmert, der ebenso die Waschmaschine anschmeisst und auch schon mal das Essen auf dem Tisch hat wenn ich von der Arbeit komme, weil er seine Mittagspause mit Kochen verbracht hat, der wenn ich meinen freien Vormittag habe morgens die Kinder zur Schule und zum Kindergarten bringt, damit ich es gemütlich angehen kann. Und da er im Homeoffice arbeitet, ich auch mal Überstunden machen kann, weil er die Möglichkeit hat, eben mal die Kinder abzuholen. Ich bin wirklich so glücklich und dankbar dafür.
Andererseits fand ich es auch toll, so lange bei meinen Kindern zu sein. Und ich bin wirklich glücklich und dankbar dass ich die Möglichkeit dazu hatte. Morgens -als meine Tochter auch noch im Kindergarten war- einfach mal blau zu machen, länger im Bett zu kuscheln und in den Tag zu bummeln. Morgens beim in dem Kindergarten bringen noch ewig mit anderen Mamas quatschen und tratschen. Es war toll und vor allem einfacher... wenn eins der Lieblingskinder krank war, war ich so oder so da. Ich musste nicht extra von der Arbeit gerufen werden. Kein Stress morgens um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Einfach immer verfügbar zu sein, einfach immer für alles jederzeit da! Ich liebe meine beiden Muckis wirklich über alles, aber ich sehe auch wie sie größer, selbstständiger werden und mich nicht mehr für alles noch so klitzekleine brauchen, dass ich vor dem letzten Jahr oft Langeweile hatte, wenn sie morgens im Kindergarten waren. Ich bin mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war, wieder ins Berufsleben einzusteien und ich stehe auch fest dazu, zumindest meistens :)
Denn... es gibt auch diese Momente, wenn der Sohnemann morgens im Kindergarten bitterlich weint, weil er nicht bleiben will... weil er lieber bei mir sein möchte. Dann blutet das Mamaherz und ich war nicht selten kurz vorm losheulen und habe alles in Frage gestellt... ob ich doch besser alles hinschmeißen soll, zu hause bleiben. Solche Tage gibt es immer wieder, aber ich weiss auch dass er sich beruhigt sobald ich weg bin und er seine Freunde sieht.
Ich habe für mich die richtige Entscheidung getroffen und bin (meist) sehr glücklich damit. In meinem Beruf und meiner Berufung!!
Ich respektiere, wenn eine Mama sagt, ich möchte nicht mehr arbeiten gehen und nur noch für meine Kinder da sein, ich respektiere auch wenn eine Mama ihr Kind schon sehr früh betreuen lässt oder vllt sogar gar keine andere Wahl hat. Ich würde niemanden für seine Entscheidung verurteilten. Ich glaube als Mutter muss man sich einfach zu oft für seine Entscheidungen oder Lebensweise rechtfertigen. Als arbeitende Mutter - weil man seine Kinder abgibt, mittags die Hausaufgaben durch Fachpersonal betreuen lässt... wenn man zu lange zu hause bleibt, dass man faul wäre ... sehr schade!!!
Wie ist das bei euch? Wie denkt ihr darüber?